Für Ärzte wird es immer wichtiger, im Internet präsent zu sein. Vor allem jüngere Patienten informieren sich gerne auf diesem Weg über eine Praxis. Dabei lässt sich schon mit wenigen Mitteln - zeitlich, technisch und finanziell - eine gut strukturierte Website bauen.
NEU-ISENBURG. Mancher Hausarzt auf dem flachen Land wird sich vielleicht fragen, was eine Website bringen soll. Schließlich kommen die Patienten ohnehin. Doch "eine klare und eindeutige Positionierung in der Region oder auf bestimmten Fachgebieten erleichtert es, die eigene Zielgruppe gezielt anzusprechen", schreibt die Webdesignerin Betina Graf-Devici in ihrer Broschüre "Die Website, die Patienten anzieht - ein Leitfaden für Kliniken und Ärzte".
Konkret sprechen mehrere Gründe dafür, dass auch Hausärzte ihre Praxis im Internet präsentieren: Erstens können sie so ihr komplettes Leistungsspektrum inklusive Spezialisierungen darstellen - das schafft Vertrauen in ihre Kompetenz bei jetzigen und künftigen Patienten. Zweitens "zeigen Hausärzte so, dass sie mit der Zeit gehen, was bei jüngeren Leuten gut ankommt und für die Praxis einen Imagegewinn bedeutet, der sich später auszahlen wird", sagt die Berliner Webdesignerin Susanne Qubeck, die sich auf Ärzte spezialisiert hat. Drittens ist die Präsentation der Praxis im Internet eines der günstigsten Marketing-Instrumente überhaupt.
Wer als Hausarzt in einem Ballungsgebiet tätig ist, weiß wahrscheinlich um den Nutzen von Websites. Denn im städtischen Umfeld ist der Internet-Auftritt ein wichtiges Instrument, um sich von Mitbewerbern abzuheben und Patienten anzusprechen, die auf der Suche nach einem Arzt sind. Punkten können Ärzte hier mit der Präsentation von Profil, Schwerpunkt und Spezialisierungen. Wer zudem Behandlungsverfahren, Diagnostik und Krankheitsbilder verständlich erläutert, schafft weiteren Nutzwert.
Oder: "Wir möchten uns in der Region präsentieren als Spezialist für das Fachgebiet XYZ und
über den Internet-Auftritt möglichst viele potenzielle Patienten erreichen. Unsere fachliche
Qualität wollen wir mit verständlichen, gut aufbereiteten Fachinformationen über
Krankheitsbilder und Behandlung untermauern." Dies wäre aber eher ein Ziel für eine
Facharztpraxis.
Schritt drei: Anregungen holen!
Das eigene Kommunikationsziel wie auch die Bedürfnisse der Zielgruppe sind entscheidend für
die Gestaltung der Website. Von daher sollten sich Ärzte bei der Entscheidung Zeit lassen,
denn die Inhalte, die vermittelt werden sollen, beeinflussen auch die Struktur des Internet-
Auftritts. Es ist auch keine Sünde, Websites von Kollegen in anderen Regionen Deutschlands
zu besuchen und sich anregen zu lassen, ohne zu kopieren.
Schritt vier: Profis hinzuziehen!
Erst jetzt steht die Phase der Umsetzung an. Dabei gilt: Nur wer sich im Internet zu Hause
fühlt wie ein Fisch im Wasser und/oder für sein Leben gern textet, sollte diese Arbeiten selbst
erledigen. Für alle anderen ist bei der Gestaltung der Website wie auch beim Texten professionelle Hilfe angeraten. Überlegenswert ist die Einschaltung von Web-Agenturen, die auf Ärzte spezialisiert sind und das komplette Programm übernehmen. Solche Anbieter lassen sich etwa mit einer Internet-Recherche, etwa über Google und mit den Stichworten "Website Ärzte", finden. Ärzte sollten sich vor Vertragsabschluss vom Anbieter Referenzlisten zeigen lassen und die genannten Websites besuchen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.
Schritt fünf: Strukturen festlegen!
Unabhängig davon, welche Dienstleistungen extern übernommen werden und wie die technische Anbindung aussieht, sollte die Struktur der Website so übersichtlich wie möglich sein. Dazu sind die Navigationspunkte klar aufzugliedern - etwa in Informationen zur Praxis (Arzt und Laufbahn, Praxisteam, Anfahrt, Kontakt, Impressum) sowie zu den Leistungen (Schwerpunkte, Zusatzqualifikationen, Apparate-Ausstattung, IGeL-Angebote). Die Nutzer sollten diese Seiten möglichst direkt von der Startseite aus erreichen können. Damit ist sichergestellt, dass die Besucher nicht genervt von Ihrer Website "abspringen", weil sie sich darin nicht zurechtfinden.
Webdesigner wie Susanne Qubeck raten zudem, den Internet-Auftritt so barrierefrei wie möglich zu gestalten, etwa durch gut lesbare Schriften. Dunkle Schriften auf hellem Hintergrund sind besonders leicht wahrzunehmen.
Um ihre Website im Internet zu publizieren, brauchen Ärzte einen Webhoster, der unter anderem Speicherplatz zur Verfügung stellt. Eine Übersicht über solche Dienstleister bietet die nach eigenen Angaben unabhängige Website www.webhostlist.de. In der Regel läßt sich bei jedem Webhoster klären, ob die gewünschte Domain frei ist. Der Domainname sollte kompakt auf den Punkt bringen, wer oder was sich dahinter verbirgt - etwa www.urologe-maier.de. Vorsicht ist bei Adressen wie hausarzt-muenchen.de geboten. Sie sind ein gefundenes Fressen fürAbmahnvereine. Auch sollte klar sein, wie die Website
aktuell gehalten wird. Wer das selbst übernehmen will, entscheidet sich am besten für ein Content Management System (CMS). In ein CMS können sich Praxischefs
als Administrator einloggen und Seiten verändern, so dass keine Kosten für Aktualisierungen entstehen - etwa, wenn sich die Sprechstunden ändern. Alternativ
kann ein Dienstleister - kostenpflichtig - die Praxis-Website auf dem neuesten Stand halten. (lu)
So lassen sich Abmahnungen umgehen
Ärzte sollten keinesfalls die rechtlichen Vorgaben missachten, die sich zum einen aus dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) und der Berufsordnung, zum anderen aus der Impressumspflicht ergeben. So darf sich auf der Website weder unlautere oder irreführende Werbung finden, noch dürfen Erfolgsgarantien oder Heilungsversprechen abgegeben werden. Wer gegen berufsrechtliche oder allgemeine Vorschriften verstößt, riskiert, durch Wettbewerbsvereine oder andere Ärzte abgemahnt zu werden - und das kann teuer werden. Jede Website muss nach der aktuellen Rechtsprechung über ein Impressum verfügen.
Dieses muss folgende Daten enthalten:
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