Die Bevölkerungsstruktur im Kreis Viersen wird sich in den nächsten Jahren ändern. Immer mehr Alte benötigen medizinische und pflegerische Dienstleistungen. Krankenhäuser und Ärzte bauen ihre Netzwerke aus. Pflegeanbieter suchen händeringend qualifiziertes Personal.
KREIS VIERSEN Noch ist die medizinische Versorgung der Bürger im Kreis Viersen gesichert. Weiße Flecken in der Praxislandschaft wie beispielsweise im benachbarten Kreis Kleve gibt es hier noch nicht. Die Versorgung mit Hausärzten und Spezialisten im ländlichen Raum ist gewährleistet. Doch in den nächsten Jahren werden etliche Mediziner ihre Praxen aufgeben. Bei dem generellen Ärztemangel in Deutschland wird es schwierig sein, die frei werdenden Arztsitze neu zu besetzen. Da ist auch die Landespolitik gefordert. Sie muss dazu beitragen, dass die Rahmenbedingungen stimmen, damit eine Niederlassung für junge Mediziner als Hausärzte im ländlichen Raum attraktiver wird.
Gut ist in diesem Zusammenhang, dass es im Kreis Viersen bereits funktionierende Ärztenetzwerke gibt. Niedergelassene Mediziner arbeiten eng miteinander zusammen. Auch regionale Krankenhäuser sind einbezogen. Die so genannte integrierte Versorgung klappt schon gut. Ein Beispiel für eine solche Kooperation ist das Gesundheitsnetz Viersen (GNV), dem bereits mehr als 70 niedergelassene Ärzte vor allem in der Stadt Viersen und im Westkreis angehören. Einbezogen sind auch das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen und das Städtische Krankenhaus Nettetal.
Stichwort Krankenhauslandschaft: Die Kliniken im Kreis Viersen unternehmen große Anstrengungen, um als regionale Gesundheitszentren in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig sein zu können. Zwischen den Oberzentren Mönchengladbach und Krefeld kommt den Krankenhäusern in Viersen, Nettetal, Kempen, Willich und Tönisvorst eine wichtige Rolle in der wohnortnahen Versorgung der Patienten zu. Die Häuser im Kreis Viersen haben in den vergangenen Jahren reagiert, haben sich starke Partner gesucht oder sind regionale Kooperationen eingegangen. So arbeiten die Krankenhäuser in Viersen und Süchteln - inklusive der LVR-Klinik für Orthopädie - und Nettetal vertrauensvoll zusammen. Das AKH stellt sich neu auf, indem es für mehr als 30 Millionen Euro seine beiden Betriebsstätten Viersen und Dülken in Viersen zusammenfasst.
Die enormen Anstrengungen, die die Krankenhäuser in der Region weitgehend aus eigener Kraft unternehmen, sollten auch vom Land honoriert werden. Das Engagement für eine optimale wohnortnahe medizinische Versorgung muss bei einer künftigen Krankenhausbedarfsplanung, die Sache des Landes ist, von der Politik berücksichtigt werden. Es darf nicht sein, dass Großkliniken bei der Förderung bevorzugt werden.
Probleme gibt es bereits bei der Betreuung von älteren Menschen. Alten- und Pflegeheime auch im Kreis Viersen suchen händeringend qualifiziertes Personal. Die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung von Pflegekräften sind alles andere als optimal. Vielfach werden angelernte Hilfskräfte eingesetzt. Die hohen Qualitäts-Anforderungen an eine pflegerische Betreuung von Alten und Kranken können von vielen Heimen und ambulanten Diensten nur mit Mühe erfüllt werden.
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