In den drei Ortsteilen wurde der Notdienst bislang im Wechsel von den niedergelassenen Ärzten in den jeweiligen Praxen geleistet. Das hatte dazu geführt, dass viele Patienten nicht mehr den für sie zuständigen Arzt konsultierten, sondern entweder zur Notdienstpraxis nach Dülken oder direkt zum Lobbericher Krankenhaus fuhren.
Die Ärzte im Krankenhaus mussten somit die ambulante Versorgung von Patienten übernehmen, für die sie gar nicht zuständig waren bzw. die niedergelassenen Ärzte in Hinsbeck, Lobberich und Grefrath waren zwar in Bereitschaft, kamen aber nicht zum Einsatz.Für Notdienst-Patienten im Kreis Viersen steht ab 9. Januar eine zweite Praxis im Nettetaler Krankenhaus bereit. Dafür hatten sich Dr. Sabine Kollbach, niedergelassene Ärztin in Grefrath, Chefarzt Dr. Michael Pauw und Werner Peters, kaufmännischer Leiter, eingesetzt.
Federführend bei der Organisation der Notdienstpraxis im Nettetaler Krankenhaus waren Dr. Franz-Josef Willkomm und Dr. Sabine Kollbach. Beide sehen in dem Beitritt zum Gesundheitsnetz Viersen viele Vorteile für die Patienten, vor allem da in Lobberich eine zusätzliche Notdienstpraxis installiert wurde: „Lange Anfahrtswege fallen weg, da sie sich von ihrem Wohnort den kürzesten Weg nach Dülken oder Lobberich aussuchen können", so Dr. Sabine Kollbach.
Auch längere Wartezeiten werden vermieden. „Beide Notdienstpraxen werden online zusammenarbeiten", erklärte Dr. Christoph Hein, Vorstandsmitglied des GNV. Wenn beispielsweise in Dülken sehr viele Kranke seien und in Lobberich nicht, könne man den Patienten bei telefonischer Anmeldung empfehlen, zum anderen Haus zu fahren. Das Gleiche gelte für die Ärzte, die sowohl in Dülken als auch in Lobberich aushelfen könnten. Dem Netzwerk der Notdienstpraxen im Westkreis gehören nach dem Zusammenschluss über 200 niedergelassene Ärzte an.
Die neue Notdienstpraxis in Lobberich wird in die bereits bestehenden Räume des Krankenhauses integriert; drei Behandlungszimmer stehen hier zur Verfügung. „Dass die Notdienstpraxis im Krankenhaus integriert ist, hat natürlich auch noch weitere Vorteile für den Patienten", so Krankenhaus-Betriebsleiter Norbert Peffer. „Je nach Schwere der Erkrankung können die Patienten direkt in die Ambulanz oder andere Spezialbereiche des Krankenhauses überwiesen werden".
Wie Dr. Sabine Kollbach hinweist, bleibt auch der Fahrdienst für Patienten, die nicht persönlich in der Notdienstpraxis erscheinen können, erhalten; er wird sogar um einen Fahrer aufgestockt. Den kinderärztlichen Notdienst wird es nach wie vor nur in der Dülkener Praxis geben, hier allerdings in erweiterten Räumlichkeiten.
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