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Zahl der Todesfälle nach Herzinfarkt stark gesunken

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Ergebnis der guten Kooperation mit Krankenhäusern Brüggen.

Die Sterblichkeitsrate in Folge eines Herzinfarktes ist im Kreis Viersen in den vergangenen Jahren erheblich gesunken – und das entgegen dem Trend in Nordrhein-Westfalen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des NRW-Landesinstitutes für Gesundheit und Arbeit. Das Landesinstitut berechnet die Herzinfarktmortalität pro 100.000 Einwohner.



Der Kreis Viersen kommt dabei auf 45 Tote pro Jahr. Der Landesdurchschnitt liegt bei 77,5 Herzinfarkttoten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Im Jahr 1998 lag die Sterblichkeitsrate nach einem Herzinfarkt im Kreis Viersen noch bei rund 90.

„Dieses Ergebnis ist sehr erfreulich und zeigt, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind", sagt Dr. Johann Heinrich Arens, Vorstandssprecher der Gesundheitsnetz Viersen AG. „Die Summe der Maßnahmen, die die Krankenhäuser gemeinsam mit den Netzärzten angestoßen haben, zeigt messbare Erfolge." Arens verweist dabei auf die gute Kooperation zwischen dem Gesundheitsnetz mit 61 angeschlossenen Haus- und Fachärzten, sowie dem Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH) und dem Städtischen Krankenhaus Nettetal. „Diese Kooperation ist der Grund für die sinkende Zahl der Herzinfarkttoten."


Rettungskette funktioniert reibungslos

Jeder Mitarbeiter in den Arztpraxen des Gesundheitsnetzes ist speziell darauf geschult, die Symptome eines Herzinfarktes zu erkennen. „Im Kreis Viersen funktioniert dadurch die Rettungskette reibungslos", so Arens. Wenn jemand in einer Arztpraxis anruft und dort die typischen Symptome eines Herzinfarktes, wie zum Beispiel länger anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen, schildert, schrillen sofort die Alarmglocken. Die einzig richtige Anweisung lautet dann, sofort einen Notarztwagen zu rufen oder sich so schnell wie möglich ins Krankenhaus fahren zu lassen. „Wer erst einmal seinen Hausarzt aufsuchen will, für den kann es schon zu spät sein. Die verkürzte Reaktionszeit rettet Leben."

Einen weiteren Grund für die positive Entwicklung im Wettlauf mit der Zeit sieht Dr. Falk-Rüdiger Althoff, Chefarzt der Medizinischen Klinik und Ärztlicher Direktor des AKH Viersen, in der 24 Stunden-Bereitschaft des Krankenhauses für Herzkatheter-Untersuchungen. „Die Wiedereröffnung der verschlossenen Koronararterie mit Hilfe der Herzkatheter-Technik ist die effektivste Therapie des Herzinfarktes." Auf diese Weise werde keine Sekunde versäumt, um die richtige Diagnose zu stellen und Hilfsmaßnahmen einzuleiten, denn je früher das Infarktgefäß geöffnet wird, desto größer ist die Chance, den Infarkt komplett oder zumindest teilweise zu verhindern. Die Vernetzung und Kooperation unter Ärzten, den einzelnen Krankenhäusern, wie dem St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln, Notärzten, sowie niedergelassenen Kardiologen, sei im Kreis Viersen vorbildlich und gebe es bundesweit nur ganz selten. Die Verfahrensabläufe im Falle eines Infarktes sind mit den Beteiligten abgesprochen. „Dadurch konnten bereits hunderte Patienten erfolgreich behandelt werden", sagt der Ärztliche Direktor.



Patientenkarte soll Situation weiter verbessern

Das Gesundheitsnetz Viersen hat sich gemeinsam mit den Krankenhäusern auf die Fahne geschrieben, die Qualität der Versorgung weiter zu verbessern. Als Schlüssel zur optimalen Behandlung der Patienten führen sie deshalb derzeit eine elektronische Patientenakte im Kreis Viersen ein. Systemlieferant ist IBS, ein Systemhaus für Kommunikation im Gesundheitswesen. In Zukunft sollen im Kreis Viersen die medizinischen Daten der Patienten, sofern sie es wünschen, auf einem zentralen Server hinterlegt werden und von allen angeschlossenen Praxen und Krankenhäusern abrufbar sein. Diese Daten werden regelmäßig aktualisiert. Der Patient erhält eine Schlüsselkarte, die er bei sich tragen kann, und entscheidet allein, wann und wer Einsicht in die Daten erhält.

Diese elektronische Patientenkarte ist natürlich nicht nur für Herzinfarkt-Patienten sinnvoll. „Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und Notdienstpraxis verfügen über den aktuellsten Stand der Behandlung und Medikation", erklärt Arens. „Damit können zeit- und kostenaufwändige Doppeluntersuchungen vermieden werden und unmittelbar aufbauend auf der bisherigen Therapie eine Behandlung erfolgen.“ Die Verordnungssicherheit sei gewährleistet und unnötige Einweisungen aufgrund fehlender Daten werden verhindert. „Mit der Schlüsselkarte erhalten wir außerdem ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, verbessern die Kommunikation untereinander und stellen eine höhere Arzneimittel- und Diagnosesicherheit her. Von Kosteneinsparungen ganz zu schweigen“, ergänzt Althoff.

Das System wird im Moment in verschiedenen Praxen mit Erfolg getestet. Ab Juli 2009 soll es flächendeckend im Versorgungsgebiet eingesetzt werden.

Außerdem werden die Arztpraxen des Gesundheitsnetzes seit einiger Zeit mit dem Qualitätsmanagementsystem ISO 9001:2000 zertifiziert. Von den 61 Praxen wurden bereits rund die Hälfte zertifiziert, wobei die Zertifizierung sektorübergreifend mit den Inneren Abteilungen des AKH Viersen und des Städt. Krankenhauses Nettetal erfolgte. „Ein Aspekt dieser Zertifizierung ist zum Beispiel die Selbstverpflichtung, die vorgeschriebene Verfahrensweise bei Herzinfarktpatienten lückenlos einzuhalten“, erklärt Arens. Da Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, weiter gefährdet sind, stehen diese Patienten in den Arztpraxen des Gesundheitsnetzes unter besonderer Beobachtung.


Vom 4. Juni 2009



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